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Der Einsatz von Adjuvanzien in Impfstoffen hat nach Angaben von Prof. Dr. Fred Zepp vom Uniklinikum Mainz zwei Gründe: Zum einen wird dem Abwehrsystem des Körpers bei einer Impfung - anders als bei einer Infektionskrankheit - das Antigen, also die körperfremde Substanz, die eine Immunreaktion hervorruft und zur Bildung von schützenden Antikörpern beitragen soll, nur kurz präsentiert. Und zum zweiten gibt es bei modernen Impfstoffen den Trend, nicht den ganzen Krankheitskeim, sondern kleine, für die Immunantwort wichtige Bruchstücke zu verwenden. Das mache die Immunreaktion spezifischer und vorhersehbarer, aber auch schwächer, so dass sie bei manchen Menschen ohne Wirkverstärker nicht stark genug wäre, erklärte der Kinderarzt gegenüber der Ärzte Zeitung. Zu diesen Menschen gehörten vor allem Kleinkinder und Senioren, weil bei ihnen die Immunabwehr noch nicht oder nicht mehr voll funktionsfähig sei. Hinzu kämen Menschen mit Immunschwäche.
Die Adjuvanzien können zwar mit unerwünschten Wirkungen einhergehen, doch diese sind laut Zepp in jedem Falle weniger belastend, als es die Krankheiten wären, die durch sie verhindert werden. Bei den Nebenwirkungen handele es sich um lokale und systemische Reaktionen, etwa Schmerzen an der Einstichstelle oder Fieber, die jedoch vorübergehend und nicht bedrohlich seien. Nach Angaben von Zepp bilden herkömmliche Adjuvanzien, etwa Aluminiumsalze, Komplexe mit den Impfantigenen und lösen zudem eine unspezifische Entzündung aus. Das locke mehr Immunzellen an den Ort der Impfung und verstärke deren Reaktion. Neuere Wirkverstärker würden an speziellen Rezeptoren auf den weißen Blutkörperchen andocken, die eine Alarmfunktion haben, und so die Immunantwort verstärken.
Quelle: Nach Informationen der Ärzte Zeitung, Januar 2010
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